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Bw Musix 09 27.-29.11.09 in Balingen, Dokumentation Artikel und Leserbriefe

Nachrichten

Zollern-Alb Kurier 31.10.09

PROTESTE gegen den am letzten November-Wochenende in Balingen geplanten Jugendorchester-Wettbewerb BW-Musix kündigen derweil Anti-Militaristen an. Sie vermuten in dem von der Bundeswehr-Militärmusik ausgerichteten Orchesterwochenende eine versteckte Anheuer-Aktion für Soldaten-Nachwuchs. Dabei verurteilen sie insbesondere auch alle Unterstützer dieses Wettbewerbs, bis hin zur Stadtverwaltung, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stelle und auf ihrer Homepage für den Wettbewerb Werbung mache. Initiiert sei dieser Widerstand, so wird uns mitgeteilt, von einer Balinger Stadträtin – deren Parteiväter im übrigen deutsche Soldaten erstmals in der Nachkriegszeit in kriegerische Auseinandersetzungen geschickt haben, damals in den Kosovo. Niemand möchte seine Kinder in den Krieg schicken, da stimmen wir mit den Protestierenden überein, aber die Aufgabe der Bundeswehr in diesem Land darf durchaus differenzierter betrachtet werden – über die Rolle der Militärmusik kann in anderer Form diskutiert werden, hinsichtlich der Rolle eines solchen Wettbewerbs für die Stadt Balingen sollte insbesondere eine auch der Stadt verpflichtete Rätin mit mehr Sensibilität zu Werke ziehen.

Karl-Otto Müller, Chefredakteur Zollern-Alb-Kurier

 

 

„Raffiniertes Propaganda-Spektakel

Zollern-Alb Kurier 3.11.09

In seiner launigen Wochenend-Kolumne nimmt sich Redaktionsleiter Karl-Otto Müller wieder einmal eine Balinger Stadträtin zur Brust, deren Name er nicht nennt, die aber unschwer als die engagierte Grüne Susanne Kieckbusch identifizierbar ist. Beider Verhältnis scheint nicht das Beste zu sein. Diesesmal geht es um „Bw-Musix 09“, hinter dem sich ein raffiniertes Propaganda-Spektakel verbirgt. Veranstaltet vom Militärmusikdienst der Bundeswehr, soll der Blasmusikwettbewerb Jugendliche dazu bringen, sich für das Erlernen des Tötungshandwerkes zu interessieren. In der Fachsprache nennt man das PR („Public Relations“).

Und der ZOLLERN-ALB-KURIER ist mit dabei. Am 25. April diesen Jahres vermeldete Karl-Otto Müller, dass „Oberleutnant Johannes M. Langendorf vom Bonner Dezernat ‚Militärmusik’ der Streitkräfte und sein Berliner Kollege für Nachwuchsgewinnung, Stabsfeldwebel Dirk Feutel ihrem örtlichen Medienpartner ZOLLERN-ALB-KURIER“ das Projekt vorgestellt hätten. Nachwuchsgewinnung und Medienpartner. Der Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm, hat die Bedeutung von Bw-Musix so zusammengefasst: „Wir wollen unaufdringlich mitteilen, dass die Bundeswehr berufliche Möglichkeiten in vielen Bereichen bietet – vor allem auch im Militärmusikdienst der Bundeswehr“. Und weiter: „Aus Sicht der Bundeswehr sind natürlich auch die Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit Gründe für diesen Wettbewerb“.

 

Zitat nach: Sebastian Schmidt: „Erfolgreich: Der Jugendblasorchesterwettbewerb der Bundeswehr – BwMusix ‚08“, in: www.streitkraeftebasis.de,

 22.9.09

Es bleibt nur zu hoffen, dass der ZOLLERN-ALB-KURIER im Zuge seiner Berichterstattung über die „Bw-Musix 09“ seinem Anspruch einer wahrheitsgemässen Schilderung dieses Ereignisses nachkommen wird. Dazu wird dann auch eine journalistisch seriöse Berichterstattung über die mit Sicherheit erfolgenden Aktionen der Friedensbewegung gehören müssen.

Dann wird auch Frau Kieckbusch verkraften können, dass Müller sie zurecht auf die wenig rühmliche Rolle der Grünen im Zusammenhang mit dem Kosovo-Krieg hingewiesen hat. Was ihn aber nicht daran hindern sollte, seine eigene Vorstellung von der „Rolle eines solchen Wettbewerbs (-Bw Musix 09-) für die Stadt Balingen“ zu hinterfragen.

Jochen Lange
Mühläckerstr. 13
Balingen

 

 

 

Zollern-Alb Kurier 4.11.09
Eine unverschämte Behauptung in Sachen Bläserjugend
Im Gegensatz zu einer launigen Wochenendkolumne von Herrn Redaktionsleiter Karl-Otto Müller steht die unverschämte Behauptung von Jochen Lange, dass die Bläserjugendlichen aus ganz Deutschland und übrigens aus allen neun Musikvereinen der Stadt Balingen sowie aus Binsdorf, sich für die Erlernung des Tötungshandwerkes interessieren.

Ihnen, Herr Lange, und den Leuten der Friedensbewegung möchte ich mal erklären, was Musik machen eigentlich für die Menschen und die Musizierenden bedeutet. In vielen Studien von Prof. Bastian von der Uni Paderborn kann man nachlesen, dass Musizieren von Kindern und Jugendlichen deren Sozialverhalten absolut zum Positiven verändert. Ebenso bewiesen ist, dass Musik bildet und schwächeren Schülern zu besseren Noten verhilft, und das aller wichtigste: Es macht richtig Spaß.

Durch die jahrelange Verbindung unserer Jugend aus dem Zollernalbkreis mit der Bundeswehr hat kein einziger das Tötungshandwerk gelernt, nein, sie haben in vielen Konzerten und Proben, sogar an einem Probentag in Karlsruhe, einiges fürs Leben gelernt. Sie können gerne alle 70 Jugendlichen von der Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb fragen, was sie in Karlsruhe beim Luftwaffenmusikkorps 2 erlebt haben.

Alle waren begeistert und ich kann Ihnen versichern, es wurde ihnen nicht eine Waffe gezeigt, sie haben den ganzen Tag nur Musikinstrumente gesehen und haben mit den Soldatinnen und Soldaten Musik gemacht. Ich bewundere die Verantwortlichen der Bundeswehr, dass sie zusammen mit uns Laienverbänden versuchen, gemeinsam diese friedlichste Sache der Welt, nämlich Musik zu machen, fördern, ohne dabei irgendwelche Propaganda zu machen.

Der oben genannte Leserbrief ist auch eine Ohrfeige für alle Soldatinnen und Soldaten, die jeden Tag für unsere Republik da sind, sei es hier in Deutschland oder bei den Auslandseinsätzen auf der ganzen Welt. Diese Bundeswehr ist ein Bestandteil unserer Verfassung und hat etwas mehr Respekt verdient. Ich stehe zu dieser Verbindung mit der Bundeswehr und freue mich auf den Wettbewerb der Bläserjugend aus ganz Deutschland und hoffe, dass unsere Mädchen und Buben aus dem Zollernalbkreis eine hohe Punktzahl erreichen können, damit wir mit ihnen friedlich feiern können.

Josef Braun

Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbandes Zollernalb

Mühlstr. 14

Nusplingen

 

 

Zollern-Alb Kurier 5.11.09

„Mit ideologischen Kanonen auf Spatzen geschossen“

Es ist schon erstaunlich mit was für ideologischen Kanonen auf Spatzen (Militärmusik) geschossen wird. Der Briefeschreiber vermutet dahinter gar den perfiden Versuch, mit so einer Veranstaltung junge Menschen zum erlernen des „Tötungshandwerks“ zu interessieren. Was für ein Unsinn! Das ist der Sprachgebrauch des ehemaligen schwarzen Kanals der D.D.R. Aber was soll uns das wundern, in einem Land, wo schon wieder die ehemaligen Stasi-Kader mitregieren (Brandenburg). Gottseidank leben wir –noch- in einem freien Land in dem jeder die Musik hören kann die er will!

Dass sich aber diejenigen, die das tun sich den unterschwelligen Vorwurf anhören müssen, sie würden damit die Militaristen und „Tötungshandwerker“ unterstützen, das ist schon starker Tobak. Mir tun da unsere jungen Soldaten leid, die sich mit solchen Attributen charakterisieren lassen müssen. Auf dieses ganz oberlehrerhafte, moralisierende und teilweise klassenkämpferische Gerede können wir gerne verzichten.

Im Straßenverkehr sterben jedes Jahr tausende von Menschen, haben also die, die den Führerschein machen wollen die Absicht, andere zu töten? Ganz gewiss nicht. Im übrigen kann der ZOLLERN-ALB-KURIER über solche Veranstaltungen berichten wie er will, er braucht dafür nicht den Segen von welcher Partei oder Gruppierung oder von wem auch immer!! Wie schon gesagt, wir leben in einem freien Land, und dass das so bleibt, dafür lohnt es sich, sich stark zu machen.

Thomas Schmolz

Leimbergstr. 25

Balingen

Zollern-Alb Kurier 5.11.09

Friedensaktivisten wirklich friedlich?

Kaum eine Friedensdemo ohne Ausschreitungen und in Balingen echauffiert sich ein Herr Lange allen Ernstes über einen Konzertwettbewerb für junge Musikerinnen und Musiker? Komischerweise sind meist linke Demonstranten mit dabei, wenn es auf deutschen Straßen bei Demonstrationen „kracht“. Allerdings habe ich noch nie in meiner langjährigen Tätigkeit als Musiker gehört, dass sich an derartigen Ausschreitungen Jugendkapellen oder Blasorchester beteiligt haben.

Werter Herr Lange, als Kreisvorsitzender der „LINKEN“ sollten Ihnen diese Tatsachen doch wohl nicht entgangen sein, oder? Leider war über Ihre Parteifunktion nichts zu lesen, wohl nicht ganz uneigennützig.

Gerade das Luftwaffenmusikkorps II Karlsruhe hat sich hier im Zollernalbkreis seit Jahren verdient gemacht, wenn es um Benefizveranstaltungen geht. Im vergangenen Jahr fanden zwei Konzerte gemeinsam mit der „Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb“ zugunsten von „Kinder brauchen Frieden“ statt, deren Erlös einem schwer kranken Mädchen namens Thilini in Sri Lanka zugute kam. Wo waren Sie – Wo war Ihre Partei? Die seit vielen Jahren bekannten Serenadenkonzerte im Lautlinger Schloß haben ebenfalls jedes Mal Benefizcharakter zugunsten gemeinnütziger Vereine in unserer Region. Ich habe Sie hier noch nie bewusst wahrgenommen.

Nun frage ich Sie ganz offen: Wo ist die Partei „Die Linke“, wenn es um gemeinnützige Arbeit geht? Ich sehe und höre wenig, außer natürlich Hetze gegen den „bösen Kapitalismus“ und lese Meinungsäußerungen die nur vordergründige Polemik transportieren. Ist das alles?

Es lag offensichtlich nicht in Ihrem Interesse sich mit der Veranstaltung „Bw-Musix“ zu befassen. Unsere jungen Musikerinnen und Musiker in Baden-Württemberg stellen sich hoch qualifizierten Juroren, um ihre musikalische Leistung bewerten zu lassen. Das ist wohl nichts, was mit todbringenden Waffen zu tun hat  - aber Musik ist in Ihren Kreisen ja eher ein suspektes Thema.

„Die Linke“ wird vermutlich an den Wettbewerbstagen demonstrieren und im schlimmsten Falle Krawall machen um die Veranstaltungen zu stören  - den Sinn und Zweck dahinter kann ich bedauernswerter Weise nicht erkennen.

Wir wollen musizieren, für die Menschen, die gerne Musik hören und auch für den guten Zweck. Das ist unser Hobby und unsere Kultur seit Jahrhunderten. Wir distanzieren uns von jeder Form von Gewalt, egal ob sie von rechts oder links kommt. Wir verbitten uns aber auch derartige politisch motivierte Stimmungsmache im Vorfeld eines musikalischen Wettbewerbs, besonders wenn sie so vordergründig ist wie bei Herrn Lange.

Heiko Peter Melle

Aktiver Musiker

Vereinsvorsitzender

Geschäftsführer im Blasmusik-Kreisverband Zollernalb

Tierberger Str. 1

Albstadt

 

 

Zollern-Alb-Kurier 6.11.09

„Die dicken Schlaginstrumente rausgeholt“

Die Funktionäre der heimischen Blasmusik holen die dicken Schlaginstrumente raus. „Krawall machen“ und „Veranstaltung stören“ seien die Ziele der Protestierenden, befürchtet etwa Hans-Peter Melle. Klar ist dagegen: Der Protest gegen „BW-Musix 09“ am 27.-29. November in Balingen wird völlig gewaltfrei sein und es muss niemand befürchten, von einem Flugblatt erschlagen zu werden.

Bemerkenswert ist, dass die Herren Leserbriefschreiber mit keinem Wort auf die eigentliche Kritik an der Militärschau eingehen: dass nämlich die Bundeswehr –nach eigenen Aussagen- Nachwuchswerbung für ihre Institution betreiben will. Und zwar von hinten durch die Brust ins Auge. Der oberste Militärmusiker der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm, hat dies vor kurzem so beschrieben: „Wir wollen (-bei Musix 09; J.L.-) unaufdringlich mitteilen, dass die Bundeswehr berufliche Möglichkeiten in vielen Bereichen bietet.“

Es geht der Bundeswehr also nicht nur um Musik. Deutlich wird das darin, dass der Veranstalter des Wettbewerbes das „Jugendmarketing der Bundeswehr“ ist. Ich selber habe gar nichts gegen schmissige Blasmusik, da gilt die Aussage des Alten Fritz, dass jeder nach seiner Fasson selig werden solle. Auch wenn mir ein dichter Klangteppich von Pink Floyd allemal friedlicher scheint. Aber was mich richtig ärgert ist die demonstrative Blauäugigkeit mancher mit Jugendlichen befassten Vereinsmeier. Als ob es nicht schon den Rattenfänger von Hameln gegeben hätte.

Ich schlage dem Vorsitzenden und dem Geschäftsführer des Blasmusik-Kreisverbandes Zollernalb einen „Deal“ vor: sie sichern verbindlich zu, dass während der drei Tage von Bw-Musix 09 keinerlei werbendes Material der Bundeswehr ausliegt und keine Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Nachwuchswerbung stattfindet. Dann sichere ich meinerseits zu, auf jeden Protest gegen Bw-Musix 09 zu verzichten. Und mir sogar noch den Konzertauftritt eines örtlichen Blasmusikorchesters zu Gemüte zu führen. Wird der Ball zurückgespielt?

Jochen Lange

Mühläckerstr. 13

Balingen

 

 

Zollern-Alb-Kurier 6.11.09

„Vergleich hinkt mächtig“

Sehr geehrter Herr Schmolz,

Ihr Vergleich zwschen Führerscheinerwerb und Soldaten hinkt mächtig: Die Führerscheinausbildung dient dazu, den Menschen das Lenken von Fahrzeugen so zu ermöglichen, dass möglichst keine Menschen getötet werden. Das Ziel in der Ausbildung von Soldaten besteht darin, dass sie lernen, möglichst treffsicher Menschen (und auch Feinde / Taliban sind Menschen) töten zu können.

Zusätzlich wird insbesondere am Krieg in Afghanistan deutlich, dass Militarismus das Gegenteil bewirkt, von dem, was die Militaristen angeblich bewirken wollen: seit der Krieg in Afghanistan von der NATO begonnen wurde, ist die Zahl der Terrorakte in diesem Land massiv angestiegen, das Volk wird immer stärker unterdrückt, die Korruption hat zugenommen und die Demokratie hat abgenommen (die „Wahl“ von Karsai spricht Bände – sie hat der Demokratie großen Schaden zugefügt und die „westlichen Intentionen“ ad absurdum geführt und unglaubwürdig gemacht). Es gibt bessere, zivilgesellschaftliche Methoden gegen den Terrorismus als Kriege und Militarismus.

Insa Klingberg (DFG-VK / IPPNW)

Osianderstr. 15

Balingen

 

 

Zollern-Alb-Kurier 7.11.09

„Spektakel im Zeichen der Musik“

Es ist schon unglaublich wie sich manche Menschen in unserem Land äußern können und dürfen. Wenn Herr Jochen Lange den Blasorchesterwettbewerb Bw-Musix zu einem „Propaganda-Spektakel um Interesse am Erlernen des Tötungshandwerkes zu erlernen“ herunter stilisiert, dann frage ich mich ob das schon ein Fall von übler Nachrede ist?

Hat sich Herr Lange über den oben genannten Wettbewerb ernsthaft informiert oder ist er einfach der Chefpolemiker vom Dienst. Sein Leserbrief gibt davon ausreichend Zeugnis.

Als zweifacher Teilnehmer dieses Wettbewerbs für Jugendblasorchester kann ich versichern, dass sowohl in Würzburg als auch in Friedrichshafen seitens unserer Bundeswehr einzig und allein die Sache „Musik“ im Vordergrund stand.

Sinfonische Jugendblasorchester stellten sich einer fachkundigen Jury und präsentierten vor zahlreichem Publikum Werke von zeitgenössischen Komponisten aus aller Welt. Die Bläsermusik hat bei uns in Deutschland und hier vor allem in Baden-Württemberg eine lange Tradition. In Herrenberg gibt es eine Stadtkapelle die ihre Wurzeln bis 1457 (urkundlich belegt) zurückführen kann. Es erfüllt mich heute noch mit Stolz diesem Orchester und dieser Tradition 13 Jahre verpflichtet gewesen zu sein. Und verpfichtet kommt von pflegen, nicht von sturem Gehorsam. Diese Bläsertradition wird in den Musikkorps der Bundeswehr aufrecht erhalten. Hier wird die gesamte Bandbreite der Bläsermusik gepflegt.

Wer sich ein Bild über die Leistungen junger Musikerinnen und Musiker machen möchte, der soll doch bitte am Samstag 28. November ab 10 Uhr in die Volksbank-Messe nach Balingen kommen. Dort wird er sich selbst davon überzeugen dass es ein Propaganda-Spektakel gibt. Allerdings kein solches wie Herr Lange vermutet sondern ein Spektakel im Zeichen der Musik. Herzliche Einladung!

Thomas Wunder

Musikdirektor und Dirigent der „Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb“

Uhlandstr. 10

Herrenberg

 

 

Zollern-Alb-Kurier 7.11.09

„Ein Ereignis, dem jeder Bürger zuhören darf“

Hallo Frau Klingenberg!

Über Afghanistan habe ich in meinem Brief kein Wort geschrieben. Ihre Argumentation und Überzeugung nötigt mir trotzdem hohen Respekt ab. Wenn Sie dieses Anliegen bei Ihren Mitstreitern, vor allem aus dem linken Lager, vortragen, so erinnern Sie diese bitte daran, dass vor allem beim „verteidigen“ des „antifaschistischen Schutzwalls“ viele unschuldige Menschen ermordet wurden! Dies geschah auf Anweisung der Hüter des wahren Sozialismus. Wenn aber heute viele führende Köpfe der Linkspartei (Gysi, Bisky, Wagenknecht) dies nicht mehr wahrhaben wollen, dann spricht dies nicht von wahrer Aufrichtigkeit. Wenn mir diese Leute dann einen Vortrag über Pazifismus halten, dann ist das so, als würde mir ein Vegetarier den Hochgenuss einer schwäbischen Maultasche anpreisen (wieder so ein Vergleich).

Bei allem Respekt, denken Sie aber auch daran, dass manche Menschen eine andere Überzeugung haben, und dass man die dann nicht als Anhänger von „Tötungshandwerkern“ diffamieren darf. Die Bundeswehr ist eine legitime Institution dieses Staates, wenn diese dann im Rahmen einer Musikmesse ihr Musikrepertoire darbietet, ist das ein Ereignis, dem jeder Bürger zuhören darf! Unsere Heimatzeitung hat das absolute Recht über dieses „Event“ so zu berichten wie sie es für richtig hält!

Thomas Schmolz

Leimberstr. 25

Balingen

 

 

Zollern-Alb-Kurier 7.11.09

„Als vormilitärische Ausbildung verunglimpfen“

Um eine Marschmusikveranstaltung der Bundeswehr gab es in letzter Zeit einige Leserbriefe. Es wurde in etwa erläutert, dies sei eine Werbeschau für das Töten. Nicht nur in diesem Fall. Jegliche sportliche Betätigung für Jugendliche in den Vereinen und in dieser unserer Gesellschaft kann man doch ganz bequem als vormilitärische Ausbildung verunglimpfen.

Läuft Fernsehen müssen die Jäger die Blätter von 150 Bäumen bestimmen können. Genaues Schießen wird von ihnen auch noch verlangt. Dass sich die meisten Flüsse von Süd nach Nord bewegen ist den Jägern bestimmt ebenfalls geläufig. Bis auf unser Landschaftsgebiet mit seiner Europäischen Wasserscheide.

Wenn das mal alles keine militärische Vorbereitung zum Töten ist. Bezüglich der „sportlichen Ertüchtigung“ hieß das damals so: Schnell wie ein Wind und zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Leider geschehen immer wieder schreckliche Verbrechen, nicht nur durch Anhänger von Schützenvereinen. Häufig kommen auch scharfe Klingen zum Einsatz. Hier sollte der Herr Landrat beim Werkstoffzentrum weitere Container aufstellen. Damit die Bevölkerung alle Messer abliefern kann.

Bei den Waffenbesitzern wird das alles bei ihm schon eingesammelt. Allerdings müsste dann der Anlieferungsparkplatz in der Rosenfelder Straße deutlich erweitert werden.

Siegfried Friese

Weberstr. 2

Balingen

 

 

Zollern-Alb-Kurier 7.11.09

Gönner oder Rattenfänger?

Die Diskussion in dieser Woche um den Blasmusikwettbewerb Bw-Musix in Balingen ist uns durchaus auch diesen Tagebucheintrag wert: Man gerät als Bundesbürger schon etwas in Gewissensbedrängnis, wenn organisierte Pazifisten und Antimilitaristen hier gegen die Aktivitäten der Bundeswehr zu Felde ziehen. Und uns dabei suggerieren wollen, diese grundgesetzlich verankerte Einrichtung sei in die Ecke einer kriminellen Guerilla-Organisation zu rücken. Ist sie beileibe nicht. Nein! Der Auftrag der Bundeswehr ist klar abgesteckt. Junge Menschen, die sich heute für diesen Dienst fürs Vaterland - der im übrigen auch in den Hochwassergebieten des Ostens im Jahre 2003 geleistet worden war – entscheiden, dürfen mitnichten als Totschläger und Mörder abgestempelt werden.

Nein, die jungen Menschen, die sich m ersten Adventswochenende zu diesem Blasmusikwettbewerb in Balingen treffen, sollten von niemandem für unfähig und unmündig gehalten werden, Gutes und Böses, Gönner oder so genannte Rattenfänger voneinander zu unterscheiden. Seien es Partnerschaften oder Berufswahl, Freunde oder der Abnabelungsprozess vom heimischen Nest, als junge mündige Bürger und Bürgerinnen wählen sie ihre Wege und die ihnen unterbreiteten Angebote meist wohl überlegt. Bevormundung durch Dritte kann für diese schnell als Schuss in den Ofen enden. Gott sei Dank!

Karl-Otto Müller, Chefredakteur Zollern-Alb-Kurier

 

 

Zollern-Alb-Kurier 9.11.09

Geht es auch um Inhalte?

Mit großem Interesse habe ich die Leserbriefe zum Thema BW Musix im ZAK verfolgt. Nach einiger Zeit habe ich mich allerdings gefragt, um was es da eigentlich geht. Findet hier ein Wettbewerb in „Polemik“ statt, oder hat das Thema auch einen Inhalt? Das Thema hat einen Inhalt. Nämlich den den Herr Lange in seinem Leserbrief angeprangert hat. Nicht die Musik, nicht die bloße Existenz einer Bundeswehr und auch nicht den Einsatz deutscher Soldaten im Ausland.

Angeprangert hat Herr Lange richtigerweise, dass ein Musikwettbewerb auch für die Anwerbung von Jugendlichen zur Bundeswehr dient. Nicht dass ich jetzt der Bundeswehr verbieten will Nachwuchs zu werben; das wäre gefehlt. Solange dieser Staat eine Armee unterhält, solange ist es legitim sich um Nachwuchs zu kümmern. Also sollte die Bundeswehr eine Veranstaltung ausschreiben die unter dem Titel steht: Wir stellen uns vor; wir werben um Soldaten. Das wäre korrekt und lauter.

Einen Musikwettbewerb zu veranstalten und im Hintergrund für Nachwuchs zu werben ist hinterlistig und unlauter. Dies hat Herr Lange mit seinem Leserbrief ausgedrückt und dies wird von mir auch so unterstützt. Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass auch ich das Grundgesetz und unsere Verfassung achte. Dort steht allerdings, dass die Bundeswehr eine reine Verteidigungsarmee ist. Verteidigung am Hindukusch?

Ralf Fenske

Geislingen

Hölderlinstr. 2

 

 

Zollern-Alb-Kurier 12.11.09

„Der Traum des Oenghus“

Es war einmal ein irischer Prinz, der hieß Oenghus. Im Traum erschien ihm ein wunderschönes Mädchen, und da er so krank wurde, weil er ihr nirgends begegnete außer in seinen Träumen, ließ das Königshaus landauf landab nach ihr suchen. Schließlich weiß jemand, dass sie die Tochter des Feenkönigs ist und die Getreuen von Oenghus laden ihn zu sich ein. Doch dieser ist gegen die Zwangsverheiratung seiner Tochter und verkündet: „Ich habe keine Lust sie dem Burschen zur Frau zu geben“ und weigert sich zu kommen.

Und weiter heisst es wörtlich in dieser Sage: „Man kann ihn nicht veranlassen zu kommen, aber er weiß worum es geht“. „Das werden wir doch sehen“, sagte Ailill, „er wird kommen und die abgeschlagenen Köpfe seiner Krieger könnt ihr auch gleich mitbringen.“ Darauf zogen Ailills Leibwächter und die Männer von Daghdhae gegen den Feenhügel und überrannten ihn. Sie brachten drei Dutzend abgeschlagene Köpfe mit, und den Feenkönig nahmen sie gefangen und schleppten ihn nach Cruachu(...).“ Do nachzulesen bei Frederik Hetmann, Der Traum des Oenghus in dem Buch „Irischer Zaubergarten“.

Opulent vertont wurde diese Sage, gerade aber auch diese Schlachtenszene in „Der Traum des Oenghus“ von Rolf Rudin. Die Musik ist Wettbewerbsstück bei Bw-Musix, dem von der Bundeswehr ausgerichteten Jugendorchester-Spiel. Und Teil 1 dieses Stückes wird im Wettbewerb vom Balinger Auswahlorchester dargeboten.

Sicher war niemandem bekannt, welcher Text als Inspirationsquelle für diese Musik diente. Und ja, wir spielen auch die packende Filmmusik zu Fluch der Karibik, Krieg der Sterne, James Bond, alles Fiktion.

Eines aber ist doch gewiss, die Uniformen der vier hochrangigen und ohne Zweifel hochkompetenten Offiziere, die in der Jury sitzen werden, sind echt und keine Kostümierung zu einem Märchenspiel. Während der Traum des Oenghus gespielt wird, erleben zeitgleich blutjunge 21-jährige Soldaten weit weit weg am Hindukusch, wie ein kriegsähnlicher Albtraum Wirklichkeit wird, auf den diese mit 16, mit 17, mit 18, mit 19 Jahren vorbereitet wurden. So werden die uniformierten Juroren zu einem Bindeglied zwischen Traum und traumatisierender Wirklichkeit.

Silke Gustedt

Uhlandstr. 39

Reutlingen

 

 

Pressemitteilung der LINKEN Zollernalb 12.11.09

„Musik im Dienst der Nachwuchs-Werbung“

 

DIE LINKE protestiert gegen die Bundeswehr-Werbeveranstaltung Bw-Musix 09 vom 27. – 29. November 2009 in Balingen. Mit ihrem vierten bundesweiten Blasmusik-Ochesterwettbewerb geht es der Bundeswehr nicht nur um Musik, sondern auch um die Nachwuchswerbung. Damit wird eine ansonsten begrüßenswerte Förderung des musikalischen Nachwuchses in den Dienst eines unlauteren Bemühens des Militärs gestellt, schon die Jugendlichen für eine militärische Laufbahn zu interessieren. Es kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass während „Bw-Musix 09“, an den Infoständen der Bundeswehr, keine Informationen über die schrecklichen Auswirkungen soldatischen Tuns, etwa in Afghanistan, zu sehen und zu hören sein werden.

DIE LINKE hat –entgegen den öffentlichen Äußerungen einzelner Blasmusik-Funktionäre im Zollernalbkreis- überhaupt nichts gegen einen Wettbewerb jugendlicher Orchester und Vereine. Es hätte der Stadt Balingen und den anderen Trägern jedoch gut zu Gesicht gestanden, einen solchen Wettbewerb in die eigene Verantwortung zu übernehmen und dabei darauf zu achten, dass musik-fremde Überlegungen keine Rolle spielen.

 

Zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung über „Bw-Musix 09“ lädt DIE LINKE ein:

Mittwoch, 25. November 2009, 19 Uhr

Gasthof Au-Stuben, Richthofenstr. 17, in Balingen

Bevölkerung und Medien sind herzlich willkommen. Referentin ist Jonna Schürkes, Mitarbeiterin der „Informationsstelle Militarisierung“ (imi) in Tübingen.

 

 

Zollern-Alb-Kurier 13.11.09>

Posaunen statt Panzer

Balingens Oberbürgermeister Reitemann präsentiert stolz BW-Musix 2009

 

„Eine große Veranstaltung“ sei es, die Balingen mit den BW-Musix 2009 am ersten Advent ins Haus stünde, freut sich OB Reitemann. Gemeinsam mit den Veranstaltern stellte er gestern den Event vor.

 

KARL-OTTO MÜLLER

 

Balingen. Nicht Panzer sondern Posaunen bestimmen die Szenerie auf dem Balinger Messegelände, wehren die Initiatoren von Bundeswehr und Blasmusikverband jüngste Leserbriefattacken ab. Thomas Wunder, Leiter der Kreisverbandsjugendkapelle (Jugendphilharmonie), verweist auf die fruchtbaren Begegnungen, die er und die vielen jungen Musiker aus dem Kreis im Laufe früherer Bw-Musix-Wettbewerbe mit der Bundeswehr erfahren durften. Als pädagogisch Verantwortlicher für die jungen Menschen sei er vielmehr „dankbar, in welch kompetenter Form die Bundeswehr hier ihren Beitrag leistet, sinfonische Bläsermusik im Land zu etablieren“.

Dieser hohe Anspruch an die Jugendorchester grenze konsequenterweise auch die Teilnehmerzahl ein. Immerhin über 700 junge Musiker – vorwiegend aus Süddeutschland – musizieren gemeinsam an diesem Wochenende in Balingen. Gunnar Becker, Vertreter des Musikinstrumenteherstellers Yamaha, Hauptsponsor des Wettbewerbs, stimmt dies zufrieden: Ganz bewusst habe sich sein Unternehmen für einen Austragungsort in Süddeutschland entschieden, hier sei die anspruchsvolle Blasmusik zu Hause.

Stolz erfüllt, hieß Oberbürgermeister Helmut Reitemann die Initiatoren aus den Reihen der Bundeswehr, die Offiziere Dirk Freutel und Johannes Langendorf, sowie die Vertreter der heimischen Blasmusiker, Josef Braun und Thomas Wunder, im Balinger Rathaus willkommen. Gemeinsam präsentieren sie ein dicht gedrängtes Programm mit Workshops, Konzerten, mit Musikalien-Messe und Musiker-Party an diesem Wochenende. Und OB Reitemann macht kein Hehl aus seinem Wunsch, diese „große Veranstaltung künftig fest in unserer Stadt zu etablieren“.

Eine Idee, die auch die Veranstalter der Bundeswehr im Frühjahr gemeinsam mit dem (zwischenzeitlich leider erkrankten) Balinger Jugendmusikschulleiter Josef Lohmüller bewegte. Innige Kontakte waren durch gute Erfolge der Jugendphilharmonie bei den Wettbewerben in Würzburg und Friedrichshafen mit den Bundeswehr-Musikern erwachsen  - zwei ausverkaufte Konzerte des Luftwaffen-Musikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Scheibling im Kreis sind allen Beteiligten unvergesslich. Zwölf Orchester hätten sich zum diesjährigen Wettbewerb angemeldet, stellt Oberstleutnant Johannes Langendorf das Wochenende vor. Zwei Tage lang treten sie gegeneinander an, zwei Tage lang verfeinern die jungen Musikerinnen und Musiker ihre Fertigkeiten, in diesem Jahr stünden die Holzbläser im Mittelpunkt, betont Langendorf, selbst Musiker. Großes Interesse habe bereits der Dirigier-Workshop geweckt, beispielsweise vor der Fragestellung: Wie verhält sich der Dirigent vor dem Orchester?

Zur Party am Samstag in der Messehalle legt der DJ aus der Stefan-Raab-Show in der Messehalle auf. Zum Wettbewerbsrahmen gehört eine Messe, eine Instrumentenausstellung in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule. Natürlich die Siegerehrung, eingerahmt in ein Gala-Konzert am Sonntagnachmittag, 13 Uhr. Denn auf die Besten warten wiederum Geldpreise (12500 Euro), gemeinsame Auftritte mit den Profi-Musikern der Bundeswehr und als Sonderpreis von Yamaha, eine wertvolle Bass-Klarinette.

Übrigens, das offizielle Eröffnungskonzert am Freitag bestreitet ein einzigartiges Saxophon-Quartett sowie das Staatsmusikkorps der norwegischen Streitkräfte. Und alles sei kostenlos. Nicht nur für die Musiker-Jugend, sondern für allen rund 6285 aktiven Blasmusiker im Kreis (davon sind 2968 unter 18 Jahren), sowie alle Freunde der Blasmusik. Und als Medien-Partner wird der ZOLLERN-ALB-KURIER ausführlich über das Musiker-Wochenende in Balingen berichten.

 

 

Zollern-Alb-Kurier 13.11.09

Linke im Kreis kündigt wiederholt Proteste gegen BW-Musix an

 

Balingen. Als „unlauteres Bemühen des Militärs“, mit dem die Bundeswehr versuche, „schon die Jugendlichen für eine militärische Laufbahn zu interessieren“ verurteilen Mitglieder der Linken dieses Musikwochenende in Balingen. Deshalb wollen sie am Donnerstag, 25. November, in einer Informationsveranstaltung im Balinger Gasthaus „Au-Stuben“ (ab 19 Uhr) ihre Sicht darlegen. Zwar habe die Linke nichts gegen einen Wettbewerb jugendlicher Orchester und Vereine, doch „hätte es der Stadt Balingen und den anderen Trägern gut zu Gesicht gestanden, einen solchen Wettbewerb in die eigene Verantwortung zu übernehmen“, argumentieren sie. Sie fürchten, dass die Bundeswehr zwar über soldatische Berufe in Balingen aufklären werde, nicht aber über „die schrecklichen Auswirkungen...in Afghanistan“.

Die Bundeswehrverantwortlichen indes räumten im gestrigen Pressegespräch (siehe oben) ein, mit einem Informationsstand auf der angegliederten Messe in erster Linie über ihre musikalischen Ausbildungsmöglichkeiten (ihrer Berufsmusiker) informieren zu wollen, bei Interesse aus den Reihen der Jugendlichen natürlich auch das sonstige Spektrum aufzuzeigen. Keinesfalls aber werde an diesem Wochenende in Balingen Kriegsgerät zur Schau gestellt.

kom

 

Schwarzwälder Bote 13.11.09

Mehr als nur ein Orchesterwettbewerb

Zwölf Jugendkapellen stellen sich bei Bw-Musix der Jury / Musikmesse, Konzerte und Workshops geplant 

Von Bernd Visel

Balingen. Es soll mehr sein als nur ein Orchesterwettbewerb: Bw-Musix 09, so versprechen die Veranstalter, werde mit Musikmesse, Workshops, Konzerten und dem Jugendwettbewerb ein Fest rund um die sinfonische Blasmusik.

„Wir sind stolz, diese Bundeswehr-Veranstaltung in Balingen zu haben“, freute sich OB Helmut Reitemann gestern beim Pressegespräch. Und Stadthallen-Chef Ulrich Klingler glaubt, den Wettbewerb, der vom 27. bis 29. November erstmals in der Eyach-Stadt stattfindet, etablieren und ausbauen zu können.

Kritische Stimmen, der Wettbewerb diene der Bundeswehr als Rekrutierungsveranstaltung, wischen die Organisatoren vom Tisch. Oberleutnant Johannes Langendorf verweist darauf, dass es bei Bw-Musix zwar einen Infostand der Bundeswehr gebe. Dort würden vor allem Fragen rund um die Militärmusik beantwortet. „Wenn aber jemand zu anderen Berufen in der Bundeswehr etwas wissen will, gibt es natürlich auch Ansprechpartner.“ Auch seien keine Militärfahrzeuge zu sehen, „außer man stuft ein Personenauto mit Y-Kennzeichen als solches ein.“

Der Vorsitzende des Blasmusik-Kreisverbands, Josef Braun, und Kreisverbandsdirigent Thomas Wunder können die Kritik an Bw-Musix nicht nachvollziehen. „Für die Nachwuchsmusiker ist der Kontakt mit der Bundeswehr ein großer Gewinn“, erinnert Braun an die Konzerte der Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb mit dem Luftwaffenmusikkorps II aus Karlsruhe. Und Wunder bestätigt, dass bei Bw-Musix-Veranstaltungen in Würzburg und Friedrichshafen, an denen er mit hiesigen Nachwuchsmusikern teilgenommen habe, nie aggressiv für die Bundeswehr geworben worden sei. „Die Berufsorchester der Bundeswehr sind wichtig für die Entwicklung der sinfonischen Blasmusik in Deutschland, die immer noch ein Schattendasein fristet.“

Dieses Manko zu beheben, ist eine der Zielsetzungen des Jugendorchesterwettbewerbs. Zwölf qualitativ hochstehende Orchester mit mehr als 700 Mitgliedern stellen sich der Jury  - darunter das extra für diesen Anlass formierte Jugendorchester der Balinger Musikvereine sowie die Jugendkapelle der Stadtkapelle Binsdorf. Weitere Teilnehmer kommen aus Unterjesingen, Tuttlingen, Geislingen und Würzburg.

Das Besondere an diesem Wettbewerb ist laut Langendorf die offene Bewertung und die mündliche Kritik jedes Orchesters. „Die Teilnahme lohnt sich für die Vereine, denn für die besten Orchester gibt es Geld- und Sachpreise im Wert von 12 500 Euro sowie weitere Sonderpreise, die die Jugendarbeit in den Vereinen voranbringen“.

Im Rahmen von Bw-Musix gibt es eine Musikmesse mit 13 Ausstellern, darunter der Blasmusik-Kreisverband. Ans Messezelt ist ein Gastrozelt angedockt, in dem fürs leibliche Wohl gesorgt ist. Weitere Programmpunkte sind diverse Workshops, die für alle Interessierten frei zugänglich sind, Konzerte, eine Musikerparty und das Kunstprojekt „Musikvermittlung und bildende Kunst“ mit Rupert Hörbst und Schülern der Balinger Realschule.

Bw-Musix wird am Freitag, 27. November, um 17 Uhr eröffnet. Ab 20 Uhr findet ein Konzert mit dem Blechbläserensemble des Stabmusikkorps der norwegischen Streitkräfte und dem Saxofon-Quartett Saxofourte statt. Siegerehrung ist am Sonntag im Rahmen eines Konzerts mit dem Luftwaffenmusikkorps II und der Jungen Bläserphilharmonie vorgesehen, das um 13 Uhr beginnt.

 

 

Schwarzwälder Bote 13.11.09

Linke protestieren gegen Bw-Musix

Balingen. Der Kreisvorstand der Linken protestiert gegen Bw-Musix. Der Blasmusikwettbewerb diene der Bundeswehr auch für die Nachwuchswerbung. Damit werde die begrüßenswerte Förderung des musikalischen Nachwuchses in den Dienst des unlauteren Bemühens des Militärs gestellt, schon Jugendliche für eine militärische Laufbahn zu interessieren, heißt es in einer Pressemitteilung. So werde an den Infoständen auf der Bw-Musix wohl nicht über die Auswirkungen soldatischen Tuns informiert. Die Linke lädt für Donnerstag, 25. November, ab 19 Uhr in die Au-Stuben zu einer Infoveranstaltung über Bw-Musix ein.

Aufruf von „Links unten“ zu Bw-Musix 09 28.11.09 online

Action in Balingen

Verfasst von: freebl. Verfasst am: 19.11.2009 - 03:22.

Kommentare

Vom 21. - 29. November 2009 finden in Tübingen die Aktionstage für Solidarität, Vernetzung und Utopien statt. Startschuß hierfür hat das selbstverwaltete Hausprojekt LU 15 gegeben, welches am 27. November 2009 die 30-jährige Besetzung der Ludwigstraße 15 feiert! Es geht um Solidarität und Vernetzung - deshalb lasst und mal einen Blick über den Tübinger Tellerrand hinaus in die nähre Umgebung werfen: Die 35.000 Seelen starke "Große Kreisstadt" Balingen (Lage ca. 30km südlich von Tübingen) gibt sich als ruhige, friedliche und familienfreundliche Schwabenkleinstadt - doch der Schein trügt! Unter der Fuchtel eines CDU Oberbürgermeisters geschehen so manch eigenartige Dinge mit unangenehmen Beigeschmack...
Es fehlt an Freiraum, Vielfalt, Alternativität. Unterdrückung, Zensur und Repression sind an der Tagesordnung! Organisierter Neofaschismus und Rassismus wird ohne mit der Wimper zu zucken toleriert! In Balingen setzt Mensch auf Ignoranz - was Mensch nicht sieht bzw. nicht sehen will, das gibt es auch nicht! "Wir haben hier kein Problem mit Rechtsradikalen!" um den Balinger Oberbürgermeister Helmut Reitemann mal zu zitieren...  Doch es gibt in Balingen auch Menschen, die damit ganz und gar nicht einverstanden sind! Das bedeutet Widerstand im Nest! Und das wiederum bedeutet, dass es in Balingen auch Action gibt! Antifaschistisch, antikapitalistisch, herrschaftsfrei, emanzipatorisch! Leider fehlt es jedoch enorm an linkem Freiraum - selbstbestimmte Orte sind so gut wie gar nicht vorhanden! Und wenn Mensch sich den Raum, welchen er benötigt, einfach nimmt, wird Mensch sehr schnell und unweigerlich zur Zielscheibe brutaler Staatsgewalt und derer Lieblingsspielzeug, der Repression. Deshalb wird am 28.11.09 in Balingen, im Zuge der Tübinger Aktionswoche, zur Demonstration für den Erhalt und die Erkämpfung linker Freiräume aufgerufen! Wie es der Zufall so will, fällt genau auf dieses Wochenende auch ein gar grausames Vorhaben der Bundeswehr!
Seit einigen Jahren veranstaltet die Deutsche Bundeswehr bereits einen Musikwettbewerb für junge Nachwuchsmusiker unter dem Namen "Bw-Musix". Dabei geht es der Bundeswehr darum, gut für sich zu werben und Nachwuchs zu rekrutieren, also für sich zu gewinnen... In diesem Jahr soll dieser umstrittene Jugendmusikwettbewerb in Balingen statt finden, und zwar vom 27. - 29. November 09 in den Räumlichkeiten der Jugendmusikschule und auf dem städtischem Messegelände. Dabei scheut die Stadt Balingen keine Mühen und Kosten, dies unmoralische Vorhaben so selbstverständlich wie nur möglich zu unterstützen! Bereits im Juli vorhergegangene öffentliche Bedenken, Kritiken und Diskussionen wurden getrost abgewiesen und kurzerhand schöngeredet. Deshalb kann nun vom 27. - 29.11. getrost, in aller Ruhe der "Bw-Musix" Wettbewerb über die Bühne gehen...

...NICHT! Und genau deshalb wird vom 27. - 29. November 09 dazu aufgerufen, den Bundeswehr Jugendmusikwettbewerb in Balingen massiv zu stören, zu sabotieren und im Idealfall zu verhindern!

Darum wurde beschlossen, sich zusammen zu tun und die Demo am 28.11. in Balingen ebenfalls für diesen Zweck zu nutzen!

Gegen die Rekrutierung junger Menschen! Gegen das Militär! Gegen den Krieg!

Macht Aktionen, seid kreativ! Vielfalt statt Einfalt! Geht auf die Straße und seid präsent! DIRECT ACTION ist angesagt! Wir sind alle ONE STRUGGLE – ONE FIGHT!

Zollern-Alb-Kurier 21.11.09<//font>

Raus aus den Kartoffeln...

(...) Erfolgreich verteidigt Balingen seinen Ruf als regionale Kulturmetropole. Von Balingen als passendem Austragungsort des bundesweiten Wettbewerbs BW-Musix, der am kommenden Wochenende in der Volksbankmesse steigt, sind die Veranstalter der Bundeswehr überzeugt. Nicht nur der qualitativ anspruchsvollen Nachwuchsbläsler wegen, sondern auch der politischen Rückendeckung wegen, die die Bundeswehr hier erfahre.

Gemeinsam werde man sich den für das kommende Wochenende angekündigten Protesten der so genannten Antifa, der linken Ecke und der der Militärgegner stellen. Natürlich sei es bedauerlich, dass damit die musikalische Begegnung junger Menschen aus der gesamten Republik durch störende Unruhen überschattet werden könnte, doch letztlich, darauf hoffen die Initiatoren des Wettbewerbs, könnten die Kritiker wohl nur per Augenschein überzeugt werden, dass es hier allen um Blasmusik ginge und um nichts anderes.

Denn trotz Anfragen aus Hessen, aus Friedrichshafen (wo der Wettbewerb 2008 ohne solchen Aufstand stattgefunden hatte) und aus Bayern würden die Bundeswehr-Verantwortlichen an Balingen festhalten. Und mit Blick auf die bundesweite Bedeutung auch an dem November-Termin, der von keinen Schulferien oder Frühlingsfesten gekreuzt würde.

Karl-Otto Müller, Chefredakteur Zollern-Alb-Kurier

 

 

Zollern-Alb-Kurier 24.11.09<//font>

Linke-Zollernalb kündigt nur friedlichen Protest an

Balingen. Tübinger Antifaschisten verabreden sich, versteckt in der Anonymität des Internets, zur „Freiraumdemo“ am kommenden Samstag, 14 Uhr, vor dem Balinger Bahnhof, um gegen die BW-Musix 2009 und „für den Erhalt und die Erkämpfung linker Freiräume“ zu demonstrieren.

Derweil beruhigen die Vorsitzenden der Linken-Zollernalb, Jochen Lange und Ralf Frenske, in einem Schreiben an den Geschäftsführer des Blasmusikkreisverbandes, Heiko Peter Melle: „Unsere geplanten Aktionen laufen unter dem Motto ab ‚Lasst die Jugend musizieren, ohne sie zu rekrutieren’“. Deutlich „will sich die Linke Zollernalb von allen Formen von Extremismus und Gewalt distanzieren“, heißt es weiter.

Ihre Aktionen wollen die linken Kreisverantwortlichen „gewaltfrei und ohne Konflikte, nämlich im Rahmen der Ausübung der freiheitlichen Grundrechte auf Meinungsäußerung“ durchführen. Keines ihrer Mitglieder, dafür möchten beide garantieren, werde sich mit Wissen der Partei an gewaltsamen Aktionen beteiligen. „Ganz im Gegenteil: Wir werden, wo immer es uns möglich ist, auf Verzicht von Gewalt hinwirken.“

Tübingens anonyme Antifaschisten indes schüren in verleumderischer Weise die Stimmung gegen eine ganze Stadt, in der „unter der Fuchtel eines CDU-Oberbürgermeisters so manch eigenartige Dinge mit unangenehmem Beigeschmack geschehen... Neofaschismus und Rassismus wird ohne mit der Wimper zu zucken toleriert.“ Doch es gäbe auch „Widerstand im Nest“, weiß man in Tübingen, „...Menschen, die damit ganz und gar nicht einverstanden sind“.

kom

 

 

Schwarzwälder Bote 25.11.09<//font>

Polizeisprecher: „Wir sind gewappnet“

Balingen. Massive Proteste gegen den Bundeswehr-Orchesterwettbewerb Bw-Musix hat eine der linken Szene zuzuordnende Gruppe angekündigt. „Wir nehmen da sehr ernst“, sagte gestern Polizeisprecher Lambert Maute.

„Stören!“ – „Sabotieren!“ – „Verhindern!“ So steht es in großen Lettern auf der Internetseite der Gruppe, die ihre Botschaft auch an die regionale Presse gesendet hat. Für kommenden Samstag ist eine Demonstration angekündigt, die um 14 Uhr vor dem Balinger Bahnhof starten soll.

Die Gruppe kritisiert harsch die Balinger Rathausspitze und den Orchesterwettbewerb. Der „Schein einer friedlichen und familienfreundlichen Schwabenkleinstadt“ trüge. „Unter der Fuchtel eines CDU-Oberbürgermeisters“ geschähen in Balingen „so manch eigenartige Dinge mit unangenehmem Beigeschmack“. Es fehle an „linkem Freiraum“. Unterdrückung, Zensur und Repression seien „an der Tagesordnung“.

Im Zuge der „Tübinger Aktionswoche“ ruft die Gruppe zur Demonstration auf. Und verbindet diese Aktion mit dem Protest gegen den von der Bundeswehr organisierten Orchesterwettbewerb Bw-Musix, der von Freitag bis Sonntag in Balingen ausgetragen wird. Die Gruppe spricht von einem „unmoralischen“ und „gar grausamen Vorhaben.“ Die Bundeswehr versuche, „Nachwuchs zu rekrutieren“. Nach friedlichem Protest klingt der Aufruf nicht. Die Tübinger Autonomen setzen das Ziel, den Wettbewerb „zu stören, zu sabottieren und im Idealfall zu verhindern“.

Die Szene sei der Polizei bekannt, sagt Maute, der mit einem „gewissen Personenaufkommen“ rechnet. „Wir sind gewappnet“, erklärt der Polizeisprecher. Deutlich mehr Beamte als an “normalen“ Wochenenden werden im Einsatz sein.

„Wer kommt und wie viele kommen, kann man schlecht sagen“, beschreibt Jürgen Luppold, Referent des Oberbürgermeisters, die Lage. Es müsse aber von einer „größeren Zahl“ von Protestierenden ausgegangen werden. Das Ordnungsamt halte Kontakt zur Polizei. Vor einigen Wochen habe es bereits „eine Art Probelauf“ der Autonomen gegeben. Laut Luppold wohl mit dem Zweck, die örtlichen Gegebenheiten zu sichten.

„Da hätte niemand im entferntesten daran gedacht, dass sich daraus so etwas entwickelt“, sagt Luppold. Die Stadt sei vielmehr froh gewesen, eine „solch’ hochkarätige Veranstaltung“ nach Balingen zu holen, die man etablieren wolle. Nun scheint sich das Klangerlebnis zum Unruheherd zu verselbständigen. „Wir wissen weder, was die vorhaben, noch wer dahinter steht“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Brigitte Witzemann. Bislang sei bei der Behörde keine Demonstration angemeldet worden.

Ebenfalls mit Sorge sieht die Partei Die Linke den angekündigten Protest der Tübinger Gruppe. Jochen Lange, Vorsitzender des Kreisverbands Zollernalb, weiß um die Gefahr, dass sich Autonome der Aktion seiner Partei anschließen könnten. „Wir distanzieren uns klar davon“, sagt Lange über den Sabotage-Aufruf. Nachdem die Stadtverwaltung das Aufstellen eines Info-Standes auf dem Messegelände untersagt habe, will Die Linke zur Auftaktveranstaltung, die am Freitag um 17 Uhr beginnt, mit Plakaten auf ihre ablehnende Haltung zu Bw-Musix aufmerksam machen. Da bei der Eröffnung kokale Prominenz vertreten sei, könnte die Feier „auch für Autonome interessant sein“, mutmaßt Lange: „Ich hoffe, dass sie uns in Ruhe lassen“.

Lange stellt heraus, dass sich der Protest seiner Partei nicht gegen den Musiker-Wettstreit, sondern gegen die Beteiligung der Bundeswehr richtet. Bereits am Sonntag hatte Langes Stellvertreter Ralf Fenske betont, dass „eine grobe Störung oder sogar Verhinderung der Bw-Musix nie Inhalt unserer Planungen“ gewesen sei. Hintergrund war eine Anfrage des Geschäftsführers des Blasmusik-Kreisverbandes, Heiko Peter Melle. Dieser hatte berichtet, dass Eltern besorgt seien und Unheil für ihre Kinder befürchteten.

Claudius J. Erb

 

 

Schwarzwälder Bote 26.11.09<//font>

Bundeswehr versteht Anti-OrchesterHaltung nicht

Balingen - Die angekündigten Proteste gegen den Orchester-Wettbewerb in Balingen setzt der Bundeswehr zu. »Es wäre schade, wenn Bürger abgeschreckt würden«, sagt Oberleutnant Johannes M. Langendorf und betont: »Wir sind hier politisch gewollt.« Zum vierten Mal wird Bw-Musix ausgetragen.

Weder in Dillingen noch in Würzburg und Friedrichshafen habe es Störungen oder Irritationen gegeben, betont Langendorf. »Solche Probleme hatten wir noch nie.« Wie die Polizei kann auch der Bundeswehr-Sprecher das Ausmaß des Widerstands schwer einschätzen. Wie berichtet, hat eine Gruppe Tübinger Autonomer für Samstag eine Demonstration angekündigt und zur Sabotage des Musikerwettbewerbs aufgerufen.

 

Negative Auswirkungen auf die Besucherresonanz?

Das wäre das erste Mal, dass ich als Musiker beschimpft würde“, sagte Langendorf, selbst ausgebildeter Militärmusiker. Er und seine Kollegen könnten damit klarkommen. Aber „es würde mir leid tun, wenn die Nachwuchsmusiker gestört würden“. Auch der Oberleutnant sieht die Gefahr, dass die „Gegenstimmung“ negative Auswirkungen auf die Besucherresonanz haben könnte: „Wir wollen alle herzlich einladen. Es wäre schön, wenn wir nicht unter uns bleiben.“

Die Bundeswehr habe „großes Vertrauen“ in die Polizei. Und sie fühle sich in Balingen „gut aufgehoben“. Oberbürgermeister Helmut Reitemann habe sigalisiert, dass er die Veranstaltung haben und hier etablieren wolle. Tatsächlich sei das Ziel, Balingen zum festen Veranstaltungsort von Bw-Musix zu machen. „Da könnte einiges draus erwachsen.“

Die Eyachstadt könne sich laut Langendorf zu einem „Musik-Mekka“ entwickeln. Allerdings müsse man abwarten, wie die Veranstaltung verläuft. Der Bundeswehr-Sprecher kündigt eine Bestandsaufnahme an. Nicht so sehr etwaige „Pöbler“ würden ihn abschrecken. Umdenken müsse man eher, sollte in der Bevölkerung kein Interesse bestehen.

 

Ziel: Langfristig auf Balingen als Austragungsort setzen

Auf der Musikmesse in Dresden seien drei Anfragen zur Ausrichtung von Bw-Musix an ihn herangetragen worden  - aus Hessen, Bayern und erneut aus Friedrichshafen. „Aber dann fangen wir immer wieder von vorne an“, unterstreicht Langendorf das Ziel, langfristig auf Balingen als Austragungsort zu setzen.

Der Oberleutnant bestätigt, dass an einem Stand über die Bundeswehr informiert wird. Aber dies sei „nur ein kleiner Teil des Gesamtpakets“. Als größter Arbeitgeber im Bereich sinfonischer Blasmusik wolle die Bundeswehr vielmehr „ihrer Verantwortung Rechnung tragen“ und dafür sorgen, dass junge Menschen musikalisch geschult werden. (...)

Claudius J. Erb

 

 

Junge Welt 27.11.09<//font>

Protest gegen Bundeswehrspektakel

Musikwettbewerb der Armee in Balingen. Protest von

Gewerkschaft, Linkspartei und Antimilitaristen

Heute startet die Bundeswehr in Balingen, rund 70 Kilometer südlich von Stuttgart, einen dreitägigen Musikkontest. Der Orchesterwettbewerb für Kinder und Jugendliche wird vom Instrumenthersteller Yamaha gesponsert. Medienpartner ist der Zollern-Alb-Kurier, und die 34000-Einwohner-Stadt Balingen stellt für die Werbeveranstaltung der Armee einen Proberaum und die städtische Messehalle zur Verfügung. Dort soll in einer Ausstellung auch für den Dienst bei der Bundeswehr geworben werden. Logo, Flugblätter sowie das Anmeldeformular der »Bw-Musix09« prangen seit Monaten auf der Website der Stadt.
Unwidersprochen blieb das nicht. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der städtischen Jugendmusikschule protestierten bereits im Frühjahr in einem Schreiben an Oberbürgermeister Helmut Reitemann (CDU) gegen die Veranstaltung. Im Juli trat die baden-württembergische Fachgruppe Musik in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an die Stadt heran: »Werbeaktionen der Bundeswehr dürfen an Jugendmusikschulen, an denen Minderjährige, Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, keinen Raum einnehmen«. Doch in den Stadtratssitzungen verteidigten die Lokalpolitiker die »Bw-Musix« und ließen keine Kritik an sich oder die Veranstaltung heran. In einem Gespräch am vergangenen Montag zeigte sich die Kommune ebenfalls kompromißlos. Die Stadtväter wollen die »Bw-Musix« gar jährlich austragen, um Balingen in der Blasmusik-Szene zu etablieren.
Unter dem Motto »Stören! Sabotieren! Verhindern!« rufen Antimilitaristen für Sonnabend (14 Uhr, Hauptbahnhof) zu einer bisher nicht angemeldeten Demonstration auf. Die Polizei kündigte an, mit einer Vielzahl von Beamten vor Ort zu sein. Die Linkspartei im Zollernalbkreis distanzierte sich vorab von etwaigen gewaltsamen Protesten auf der Demonstration am Samstag und kündigte für Freitag eine eigene »gewaltfreie Protestaktion« gegen die »Bw-Musix« an. »Solche Probleme hatten wir noch nie«, zitiert der Schwarzwälder Bote den Organisator des Kontests, Oberleutnant Johannes M. Langendorf. Die »Pöbler« könnten ihn aber nicht abschrecken.

Michael Schulze von Glaßer<

 

 

 

 

 

 

Schwarzwälder Bote 27.11.09<//font>

„Alle Aktionen ausnahmslos frei von Gewalt“

Balingen (cje). Die linke Tübinger Gruppe, die eine Demonstration gegen den Bundeswehr-Wettbewerb Bw-Musix angekündigt hat, stellt einen friedlichen Protest in Aussicht. „Von Gewalt war nie die Rede“, heisst es in einer anonymen E-Mail-Botschaft, die gestern unsere Redaktion erreichte. Die Demonstration verfolge „ausschließlich einen friedlichen Zweck“. Alle Aktionen würden „ausnahmslos frei von Gewalt“ sein. Wie berichtet, hatte die Gruppe im Internet dazu aufgerufen, den Wettbewerb für Jugendorchester, der am Wochenende in Balingen stattfindet, massiv zu stören, zu sabotieren und „im Idealfall“ zu verhindern. Es gebe auch Aktionen, um Veranstaltungen zu stören, „welche Gewalt ausschließen“, heißt es nun in der E-mail. Laut Ankündigung soll die Demo am Samstag um 14 Uhr vor dem Balinger Bahnhof starten. Wie Ordnungsamtsleiterin Brigitte Witzemann gestern mitteilte, ist aber ein solcher Protestzug bislang nicht angemeldet worden.

 

 

Indy-Media 27.11.09 (online)

Die Bundeswehr kommt – Balingen wird hysterisch<//font>

Am kommenden Wochenende wird die Bundeswehr in der kleinen schwäbischen Stadt Balingen einen Orchester-Wettbewerb, das so genannte BW-Musix, veranstalten (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30992/1.html). Dabei geht es zunächst um die Selbstdarstellung der Bundeswehr als „größtem Arbeitgeber für Berufsmusiker“ wie immer gerne betont wird. Angesichts von Massakern, an welchen die Bundeswehr offensichtlich zugleich in Afghanistan beteiligt ist, spielt eine solche Selbstdarstellung natürlich eine wichtige Rolle (http://www.imi-online.de/download/MSG-BW-Marketing.pdf). Natürlich – das verleugnet die Stadtverwaltung zwar, wird aber von den Verantwortlichen der Bundeswehr ganz offen eingeräumt – geht es dabei auch um Nachwuchsgewinnung. Grund genug, das BW-Musix zu kritisieren und auch dagegen zu demonstrieren.

Mitglieder der Partei „die Linke“ und auch eine Grüne im Stadtrat haben solche Kritik geäußert und sahen sich daraufhin heftiger Kritik in den Regionalzeitungen (und offiziellen „Medienpartnern“ des BW-Musix) ausgesetzt. Nun sind sie in der Defensive und distanzieren sie sich von einer am Samstag stattfindenden „Freiraumdemo“ linker Jugendlicher. Schlimmer noch: zumidest die Vertreter der Partei „die Linke“ beteiligen sich am Aufbau eines völlig absurden Szenarios, nach dem Horden autonomer Krawallmacher Balingen in Schutt und Asche legen würden.

So ziert den online-Artikel des Schwarzwälder Boten gleich mal ein „Symbolbild“, das zwei behelmte und vermummte Bereitschaftspolizisten bei einer rüden Verhaftung zeigt. Untertitel: „Die Polizei ist gewappnet für die Demonstranten“. Der Polizeisprecher rechne „mit einem gewissen Personenaufkommen“, man werde ausreichend Polizeikräfte vor Ort haben. Der Bürgermeister lässt verlauten, vor einigen Wochen habe es „eine Art Probelauf der Autonomen“ gegeben, „wohl mit dem Zweck, die örtlichen Gegebenheiten zu sichten.“ (http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=7833411&artId=14451858&offset=3)
Tatsächlich ging es bei der Demo vor wenigen Wochen praktisch ausschließlich um die Forderung nach mehr Freiräumen für Jugendlichen und um den repressiven Umgang der Polizei (und privater Sicherheitskräfte, die in Balingen Polizeibefugnisse haben) mit diesen. Erst wenige Tage vor der Demo bekamen die Veranstalter überhaupt etwas vom BW-Musix mit und luden kurzfristig die Informationsstelle Militarisierung zu einem Redebeitrag ein.
An der Demo beteiligten sich etwas über einhundert Menschen, begleitet wurde sie von maximal sechs Streifenbeamten. Sie lief dort, wo das Auflage war, auf dem Bürgersteig und ging nicht gegen Neo-Nazis vor, welche die Demonstranten aus einer Gaststätte heraus fotografierten. Redebeiträge wurden über Schulkritik, Linke Freiräume, das Nazi-Problem in Balingen und eben das BW-Musix gehalten. Zu Rangeleien kam es nur ganz kurz, nachdem die Demo links- statt rechtsherum um einen abgesperrten Kreisverkehr ging. Ein autoritärer Dorfpolizist stürmte danach in die Demo hinein, schupste Leute beiseite und entriss einem Demonstranten eine Tröte, von der er sich gestört fühlte. Das wars. Mehr wäre auch von der morgigen Demo nicht zu erwarten, würde nicht Balingen seinem Ruf als Provinznest alle Ehre machen.
„Tübinger Antifaschisten verabreden sich, versteckt in der Anonymität des Internets, zur 'Freiraumdemo' am kommenden Samstag“ titelt der Zollernalbkurier, offizieller Medienpartner des BW-Musix (http://www.zak.de/scripts/kommunales.asp?ID=78604). Und Tübinger Antifaschisten, sowie Jugendliche ganz generell, werden von den örtlichen Medien und dem kreisverantwortlichen der Patei „die Linke“ ganz generell mit einem gewalttätigen Mob gleichgesetzt, als wäre Tübingen sowas wie das Schanzenviertel und alles was man sich über dessen „Autonome“ in Balingen so herbeifantasiert wahr. Schnell distanziert man sich vorsorglich von jeder Gewalt: „Ihre Aktion wollen die linken Kreisverantwortlichen 'gewaltfrei und ohne Konflikte, nämlich im Rahmen der Ausübung der freiheitlichen Grundrechte auf Meinungsäußerung' durchführen. Keines ihrer Mitglieder, dafür möchte beide garantieren, werde sich mit Wissen der Partei an gewaltsamen Aktionen beteiligen. 'Ganz im Gegenteil: Wir werden, wo immer es uns möglich ist, auf Verzicht von Gewalt hinwirken'.“ Von den primären Forderungen der Jugendlichen nach mehr Freiräumen ist gar keine Rede mehr, nur noch von Gewalt und Stadt und Bundeswehr fragen sich gegenseitig, warum es in Balingen dermaßen heftige Widerstände gäbe (http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=11738079&artId=14455360&offset=2). Vielleicht weil Balingen zum dauerhaften Austragungsort des BW-Musix gemacht werden soll? Oder vielleicht nur, weil sich Bundeswehr, Polizei, Stadtverwaltung und die Partei „die Linke“ diesen Widerstand selbst herbeireden?
Man wird sehen, was morgen tatsächlich passiert. Eines ist jetzt schon klar: mit ihrem hysterischen Geschwätz bestätigen die Balinger Verantwortlichen ihr völliges Unverständnis für die Forderungen der Jugendlichen und deren Vorwurf, gegen Linke würde nur repressiv vorgegangen, während rechte Umtriebe ignoriert würden (http://www.jpberlin.de/tueinfo/cms/node/18975). Die Stadt und insbesondere der Weihnachtsmarkt (nach Angaben der Balinger Extremismusexperten ein beliebtes Ziel für Autonome) wird voll von Polizei sein und wenn diese schon kommt, wird sie auch ein paar Jugendliche verprügeln und festnehmen, wie das der Schwarzwälder Bote erwartet. Die Jugendlichen – mehr als hundert werden es wohl kaum sein – werden kaum ein Möglichkeit haben, ihre Forderungen zu formulieren. Und Schuld ist – neben der Stadtverwaltung, der Partei „die Linke“ und den Lokalblättern – die Bundeswehr. Alle beteiligten Akteure drohen sich mit ihrem hysterischen Geschwätz, das BW-Musix selbst zu vermießen, denn wenn es schon nicht die Autonomen Horden sein werden, dann doch vielleicht das Polizeiaufgebot, das „negative Auswirkungen auf die Besucherresonanz haben“ könnte.
Einer der Gründe für die Hysterie besteht darin, dass die Freiraumdemo am Samstag im Rahmen der Tübinger „Aktionswochen für Solidarität und Vernetzung“ stattfindet. Das klingt natürlich gefährlich. Im Rahmen dieser Aktionswoche fanden Veranstaltungen im Tübinger Gemeindehaus Lamm zu Abschiebehaft, zum Mietshäusersyndikat, zu „Menschenrechte und Militär" und zu kooperativem Wirtschaften statt. Eine gefährliche Mischung braut sich da zusammen, wobei die Friedensbewegung und große Teile der Antimilitaristischen Bewegung wohl eher nach Stuttgart fahren werden, um gegen den Afghanistankrieg zu demonstrieren. http://linksunten.indymedia.org/de/node/13153 Vielleicht fahren je einige danach auf einen Glühwein nach Balingen?

Unterer Dienstgrad

 

 

Neues Deutschland 27.11.09<//font>

Bundeswehr sorgt für Unruhe

Die deutsche Armee möchte in der baden-württembergischen Kreisstadt Balingen einen Jugendblasmusikwettbewerb etablieren und stößt dabei nicht nur auf Zustimmung.

Rund 800 Teilnehmer erwartet die Bundeswehr von Freitag bis Sonntag zu den „Bw-Musix’09“ in Balingen, rund 70 Kilometer südlich von Stuttgart. Jugendliche und Kinder treten dabei in einem vom Musikinstrumentenhersteller Yamaha unterstützten Orchesterwettbewerb gegeneinander an. Nebenbei können Musikworkshops besucht werden. Den Zollern-Alb Kurier konnten die Organisatoren vom Zentrum für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr als Medienpartner gewinnen. Die 34.000 Einwohner-Stadt Balingen stellt für die Armee-Veranstaltung einen Proberaum und die städtische Messehalle zur Verfügung. Dort soll in einer Ausstellung auch für den Dienst bei der Bundeswehr geworben werden. Logo, Flugblätter sowie das Anmeldeformular der „Bw-Musix“ prangen schon seit Monaten auf der Website der Stadt. Kritik wird abgeblockt.

Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der städtischen Jugendmusikschule protestierten im Frühjahr in einem Schreiben an Oberbürgermeister Helmut Reitemann (CDU) gegen die „Bw-Musix“. Im Juli trat die baden-württembergische Fachgruppe Musik in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an die Stadt heran: „Werbeaktionen der Bundeswehr dürfen an Jugendmusikschulen, an denen Minderjährige, Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, keinen Raum einnehmen.“ Auch in Sitzungen des Stadtrats verteidigten die regierenden Lokalpolitiker die „Bw-Musix“ und ließen keine Kritik an sich oder die Veranstaltung heran. In einem am vergangenen Montag stattgefundenen Gespräch zeigte sich die Stadt ebenfalls kompromisslos. Die Stadtväter wollen die „Bw-Musix“ gar jährlich austragen und Balingen so in der Blasmusik-Szene etablieren. Dass die Armee dabei Veranstalterin ist, stört die konservativen Politiker nicht. Angekündigte Protestaktionen gefährden diesen Traum nun jedoch massiv.

 „Solche Probleme hatten wir noch nie“, zitiert der Schwarzwälder Bote den Organisator der „Bw-Musix’09“, Oberleutnant Johannes M. Langendorf. Drei „Bw-Musix“-Wettbewerbe hätte es in den vergangenen Jahren bereits gegeben, nun hätten sich erstmals Proteste angekündigt. Unter der Überschrift „Stören! Sabotieren! Verhindern!“ rufen Autonome für Samstag zu einer bisher nicht angemeldeten Demonstration auf. Die Polizei kündigte schon mal an, mit einer Vielzahl von Beamten aufzumarschieren: „Wir nehmen das sehr ernst“, so der Polizeisprecher Lambert Maute im Schwarzwälder Boten. Die Zeitung druckte am Donnerstag ein Bild zweier behelmter Polizisten, die einen Demonstranten gewaltsam abführen, zum Artikel ab. Auch die Bundeswehr schürt Ängste vor gewaltsamen Protesten: Die „Pöbler“ könnten ihn nicht abschrecken, ließ Organisator Oberleutnant Langendorf in der Lokalzeitung verkünden. Die Linkspartei im Zolleralbkreis distanzierte sich von etwaigen gewaltsamen Protesten auf der Demonstration am Samstag und kündigte für Freitag eine eigene gewaltfreie Protestaktion gegen die „Bw-Musix“ an. Außerdem werde man wo immer es möglich sei, auf den Verzicht von Gewalt hinwirken. Ob die Bundeswehr ihren Jugendmusikwettbewerb im nächsten Jahr wieder in Balingen durchführt, wird sich nach dem Wochenende zeigen; die Turbulenzen im Vorfeld geben den Kritikern der „Bw-Musix“ aber Grund zur Hoffnung.

Michael Schulze von Glaßer

 

 

Junge Welt 27.11.09

<//font>Protest gegen Bundeswehrspektakel<//font>

Musikwettbewerb der Armee in Balingen. Protest von Gewerkschaft, Linkspartei und Antimilitaristen

Heute startet die Bundeswehr in Balingen, rund 70 Kilometer südlich von Stuttgart, einen dreitägigen Musikkontest. Der Orchesterwettbewerb für Kinder und Jugendliche wird vom Instrumenthersteller Yamaha gesponsert. Medienpartner ist der Zollern-Alb-Kurier, und die 34000-Einwohner-Stadt Balingen stellt für die Werbeveranstaltung der Armee einen Proberaum und die städtische Messehalle zur Verfügung. Dort soll in einer Ausstellung auch für den Dienst bei der Bundeswehr geworben werden. Logo, Flugblätter sowie das Anmeldeformular der »Bw-Musix09« prangen seit Monaten auf der Website der Stadt.

Unwidersprochen blieb das nicht. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der städtischen Jugendmusikschule protestierten bereits im Frühjahr in einem Schreiben an Oberbürgermeister Helmut Reitemann (CDU) gegen die Veranstaltung. Im Juli trat die baden-württembergische Fachgruppe Musik in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an die Stadt heran: »Werbeaktionen der Bundeswehr dürfen an Jugendmusikschulen, an denen Minderjährige, Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, keinen Raum einnehmen«. Doch in den Stadtratssitzungen verteidigten die Lokalpolitiker die »Bw-Musix« und ließen keine Kritik an sich oder die Veranstaltung heran. In einem Gespräch am vergangenen Montag zeigte sich die Kommune ebenfalls kompromißlos. Die Stadtväter wollen die »Bw-Musix« gar jährlich austragen, um Balingen in der Blasmusik-Szene zu etablieren.

Unter dem Motto »Stören! Sabotieren! Verhindern!« rufen Antimilitaristen für Sonnabend (14 Uhr, Hauptbahnhof) zu einer bisher nicht angemeldeten Demonstration auf. Die Polizei kündigte an, mit einer Vielzahl von Beamten vor Ort zu sein. Die Linkspartei im Zollernalbkreis distanzierte sich vorab von etwaigen gewaltsamen Protesten auf der Demonstration am Samstag und kündigte für Freitag eine eigene »gewaltfreie Protestaktion« gegen die »Bw-Musix« an. »Solche Probleme hatten wir noch nie«, zitiert der Schwarzwälder Bote den Organisator des Kontests, Oberleutnant Johannes M. Langendorf. Die »Pöbler« könnten ihn aber nicht abschrecken.

Michael Schulze von Glaßer

 

 

Zollern-Alb-Kurier 28.11.09<//font>

Das Kräftemessen ist eröffnet

Balingen. 12 Jugendblasorchester aus ganz Deutschlad messen sich beim Musizieren an diesem Wochenende in Balingen im Rahmen des Wettbewerbs Bw-Musix der Bundeswehr.

(...Eröffnungsrede OB Helmut Reitemann:) Im Vorfeld seien unterschiedliche Auffassungen zutage getreten. „In diesem Zusammenhang sage ich Ja zur Meinungsfreiheit, doch niemand dürfe dabei seine Meinung einem anderen aufzwingen“, unterstrich Reitemann. Gegen eine sachliche Diskussion sei nichts einzuwenden. Oberstleutnant Bernd Zivny, stellvertretender Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, freute sich darüber in einer Hochburg der Blasmusik diese Veranstaltung abhalten zu können. „700 junge Menschen messen sich und lernen“, so der Oberstleutnant. „Wir wollen sie nicht verführen, sondern helfen. Und deshalb hoffen wir auf ein schönes und friedliches Musikfest“.

Thomas Godawa

 

 

Zollern-Alb-Kurier 28.11.09<//font>

Advent in Balingen

(...) Mit Bw-Musix 2009 feiert der zum vierten Male ausgetragene bundesweite Jugendblasmusikwettbewerb der Bundeswehr in Balingen seine Premiere. Zwölf Jugendblasorchester –rund 700 Jungmusiker- geben sich ihr Stelldichein. Nach der Idee der Veranstalter der Bundeswehr und dem Willen unseres Oberbürgermeisters Helmut Reitemann soll sich diese erstmalige Übung zur festen Tradition entwickeln. Gerne sähe man künftig diesen alljährlichen Bundeswettbewerb junger Blasmusiker in der Kreisstadt. Die volle Unterstützung heimischer Funktionäre der Blasmusik, deren Landesverband und natürlich des Generalsponsors Yamaha ist ihnen sicher. Gemeinsam trotzte man in den vergangenen Wochen den verbalen Anfeindungen von links. Angestoßen hatte wohl im Sommer Balingens Grüne-Stadträtin Susanne Kieckbusch. Die frühere Jugendmusikschullehrerin, für die kommunalpolitische Karriere aus Diensten der Stadt geschieden, indes hofft, Mitstreiter für ihren ideologischen Widerstand gegen Kooperationen zwischen Stadt und Bundeswehr zu finden.

Advent  - Ihre Ankunft kündigen seit Tagen Mitglieder so genannter „antifaschistischer Bewegungen“ (Antifa) im Internet an. Sie geben sich nicht zu erkennen, doch betonen, in ihren heutigen Protestbewegungen keine Gewalt anwenden zu wollen. Das lehnt im Übrigen mit Nachdruck auch die Linke-Zollernalb ab. Dennoch: mit verletzenden Worten provozieren die anonymen Protestierer die politischen Verantwortlichen in unserer Stadt, ebenso die ihretwegen für zusätzliche Einsatz mobilisierten Polizeikräfte, sie attackieren Bundeswehrverantwortliche und stellen sich selbst als lammfromme Engel dar, die nichts weiter wollen, als in Balingen ihre Meinung zu äußern.

Advent  - wenn’s nicht mehr ist, wollen wir Euch willkommen heißen. Natürlich dürft Ihr Eure Meinung äußern. Sachlich, friedlich, konstruktiv. Und hoffentlich mit der Toleranz, die Meinung Eures Gegenübers ebenfalls gelten zu lassen. Beides beim Gläschen Glühwein und Lebkuchen, in idyllischem Weihnachtsflair. Ihr seid eingeladen, anspruchsvolle, konzertante Blasmusik, vorgetragen von begeisterten jungen Menschen aus dem Land zu erleben.

Oder ist es in Eurem Sinne, junge Menschen beim gemeinsamen Konzertieren zu stören? Wollt Ihr nicht deren Sympathie für eine gemeinsame friedliche Welt gewinnen? Ist es tatsächlich in Eurem Sinne, den Menschen in dieser Stadt Furcht einzujagen, sie gegen Euch aufzubringen? Lehrt uns doch die Geschichte, dass Angst kaum Herzen öffnen kann.

Angst der Menschen in Balingen ist im gemeinsamen Flugblatt, leider ebenfalls anonym verfasst, zu spüren, die „Sorge um den friedlichen Ablauf des Balinger Weihnachtsmarkts“ und die „Sorge, Opfer linker Gewalt zu werden“. Wer für seine „gute Sache“ werben will, muss solche Ängste ernst nehmen, wer sich darüber hinwegsetzt, muss sich leider in die Ecke der Chaoten und Störenfriede rücken lassen  - und wer will das schon?

Karl-Otto Müller<//font>

 

 

Schwarzwälder Bote 28.11.09<//font>

„Nabel der Blasmusik-Welt“

Gestern Abend: OB Reitemann eröffnet Bw-Musix / Viel Polizei,

friedliches Demo-Grüppchen

Balingen. Oberstleutnant Bernd Zivny wünschte ein „schönes, erfolgreiches und friedliches Musikfest“, Oberbürgermeister Helmut Reitemann schwärmte von Balingen als „Nabel der Blasmusik-Welt“. Und die Polizisten vor der Tür erlebten einen ruhigen Abend.

Mit großem Polizei-Einsatz, aber ohne Zwischenfälle ist gestern Abend in der Messehalle die Eröffnung des Jugendorchester-Wettbewerbs Bw-Musix über die Bühne gegangen. Eine gute Handvoll Demonstranten der Partei Die Linke machte, von Stadthallen-Chef Ulrich Klingler vors Messegelände-Tor verwiesen, auf ihre ablehnende Haltung zur Nachwuchs-Werbung der Bundeswehr aufmerksam.

Die Tübinger Autonomen, die „massive Störungen“ angekündigt hatten, blieben aus und die zahlreichen, aus Ravensburg angefahrenen Polizisten arbeitslos. „Das ist doch das, was unsere Demokratie stark macht: Man darf seine Meinung kundtun“, sagte Balingens Revierleiter Frank Melchien entspannt. Sein Fazit: „Alles im grünen Bereich“.

Und so konnte drinnen ungestört gefeiert werden. Reitemann nannte den Wettbewerb eine „rundum tolle Sache“. Er sei „stolz und glücklich“, den „herausragenden bundesweiten Wettbewerb“ mit 700 Teilnehmern in Balingen zu haben und warb bei den Veranstaltern gleich um den Zuschlag fürs kommende Jahr (...)

(...) Für heute, 14 Uhr, haben allerdings auch die Autonomen eine Demo angekündigt, die am Bahnhof starten soll. Es sei jedem unbenommen, seine kritische Meinung zu äußern, sagte der OB. Aber er habe wenig Verständnis, wenn diese Meinung gewalttätig ausgedrückt oder anderen aufgedrückt werde. Die Gruppe hatte im Vorfeld friedliche Proteste in Aussicht gestellt. Doch die Polizei bleibt in großer Stärke präsent.

 

 

 

 

 

 

Zollern-Alb-Kurier 30.11.09<//font>

Demonstration fand nicht statt

Massives Polizeiaufgebot rund um den Bahnhof und im gesamten

Stadtgebiet  -  Keine Störungen

Die angekündigte Demonstration in Balingen fand nicht statt. Das große Polizeiaufgebot musste nicht eingreifen und auch der Wettbewerb Bw-Musix und der Weihnachtsmarkt verlief ohne Störungen.

Balingen. Von Freitag bis Sonntag fand in der Volksbankmesse ein vom Militärmusikdienst der Bundeswehr veranstalteter Wettbewerb für Jugendblasorchestern, die Bw-Musix 09, statt.

Bereits bei einer Demonstration der „gaybar-zine“ mit über 150 Teilnehmern am 9. Oktober dieses Jahres in Balingen zum Thema „Gegen Kriminalisierung und Unterdrückung und für mehr Freiraum für Jugendliche“ hatte der damalige Versammlungsleiter in seiner Abschlusskundgebung die Absicht bekundet, die Bw-Musix-Veranstaltung im November zu stören, wenn nicht gar zu verhindern, heißt es unter anderem in einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Balingen.

Seit Mitte November war auf verschiedenen Internetseiten und im Stadtgebiet Balingen auf Plakaten mit den Logos „Antifaschistische Aktion“ und „Bundeswehr wegtreten“ zu einer Demo am Samstag, 28. November, um 14 Uhr, am Bahnhof Balingen, aufgerufen worden.

In dazugehörigen Internettexten wurde dazu aufgerufen, „den Bundeswehr Jugendmusikwettbewerb in Balingen massiv zu stören, zu sabotieren und im Idealfall zu verhindern! Darum wurde beschlossen, sich zusammen zu tun und die Demonstration am 28. November in Balingen ebenfalls für diesen Zweck zu nutzen!“

Nach einer ersten Bewertung durch die Staatsanwaltschaft begründet der Aufruf „zu sabotieren und zu verhindern“ den Anfangsverdacht für den Straftatbestand des öffentlichen Aufforderns zu Straftaten. Alle Aufrufe erfolgen anonym, also ohne Angabe eines Verfassers oder Verantwortlichen. Auch eine Anmeldung der beabsichtigten Demonstration bei der Versammlungsbehörde der Stadtverwaltung Balingen war unterblieben. Somit stand weder der Versammlungsbehörde noch der Polizei ein Ansprechpartner für ein Kooperatonsgespräch zur Erörterung des konkreten Ablaufs der angekündigten Demonstration sowie der zu erwartenden Teilnehmerzahl zur Verfügung.

Auf diese besonderen Umstände hatte sich die Polizei einzustellen und die Einsatzvorbereitungen für alle Eventualitäten zu treffen. Aufgrund der Erfahrungen bei Demonstrationen der „Antifaschistischen Aktion“ war sogar mit gewalttätigen Aktionen zu rechnen. Hinzu kam die Tatsache, dass in Balingen bereits im Vorfeld ebenfalls anonyme Flugblätter auftauchten unter dem Titel „Erhalt und Erkämpfung linker Freiräume in Balingen? Nein!“ Ein Hinweis darauf, dass auch die rechte Szene mobil machen könnte.

Es galt somit nicht nur das Versammlungsrecht für friedliche Teilnehmer zu gewährleisten und die Teilnahme erkennbar gewaltbereiter Personen möglichst frühzeitig zu verhindern, sondern auch die Besucher des zeitgleich stattfindenden und traditionell sehr stark frequentierten Weihnachtsmarktes zu schützen und für einen störungsfreien Verlauf der Veranstaltungen im Zusammenhang mit Bw-Musix zu sorgen.

Unter Abwägung aller verfügbaren Fakten und Anhaltspunkte entschloss sich die Polizei zu intensiven Kontrollmaßnahmen und starker Präsenz im Balinger Stadtgebiet, beginnend in den späten Vormittagsstunden des Samstages vor allem am Bahnhof. Dort fanden sich zwischen 14 und 15 Uhr lediglich ein paar wenige demonstrationsbereite Menschen ein, nicht jedoch ein Versammlungsleiter. Somit fand die angekündigte, unangemeldete Demonstration in Balingen nicht statt und sowohl Bw-Musix wie auch der Weihnachtsmarkt konnten ohne größere Störungen ablaufen.

„Ihren Teil dazu beigetragen haben sicher auch die umfassenden polizeilichen Maßnahmen, die in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung vorbereitet wurden“, so der Pressesprecher der Polizeidirektion erster Hauptkommissar Peter Mehler, der sich nicht erinnern konnte jemals ein solch’ großes Polizeiaufgebot in Balingen gesehen zu haben.

Die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Böblingen, Tübingen und der Alarmzug der Polizeidirektion Balingen standen unter der Führung von Polizeirat Frank Melchien, Revierleiter in Balingen. Zusätzlich kamen Kräfte der Bundespolizei hinzu, um den Schutz des Bahngeländes zu übernehmen. Der Innenstadtbereich wurde großräumig abgesperrt und die Zufahrten von der Polizei kontrolliert. Aus Sicherheitsgründen blieb die Polizei noch bis 16 Uhr am Balinger Bahnhof präsent. Auch Oberbürgermeister Helmut Reitemann informierte sich vor Ort über den Ablauf der Ereignisse und die Maßnahmen der Polizei. Dazu gehörten auch die Dreier-Mann-Streifen, die am Samstagabend auf dem Balinger Christkindlesmarkt präsent blieben.

Bereits am Freitagabend war am Messegelände eine „kleine Wache“ aus Bereitschaftspolizei aufgezogen, um mögliche Störungen zu unterbinden. Hier fand sich auch eine kleine Delegation des Kreisverbandes Die Linke mit dem Kreisvorsitzenden Jochen Lang ein und verteilte Flugblätter unter der Überschrift „Die Rattenfänger von Balingen“ und „ir blasen der Bundeswehr den Marsch“. Übrigens wurde ähnliches auch auf der Internetseite des Kreisverbandes propagiert.

<//span>Thomas Godawa<//font>

 

Schwarzwälder Bote 30.11.09<//font>

Balingen – Beispielloses Großaufgebot der Polizei

 

 

 


Balingen – Solch einen Aufmarsch der Polizei hat Balingen noch nie erlebt. Die Stadt war bevölkert von Einsatzkräften. Vor allem der Bahnhof entwickelte sich am Samstag regelrecht zum Sperrgebiet. Der Aufmarsch autonomer Protestler allerdings blieb aus.<//span>

Auf dem Messegelände, wo der Bundeswehr-Wettbewerb Bw-Musix stattfand, war die Polizei in großer Stärke vertreten. Bewaffnete und mit Schutzwesten bewehrte Bereitschaftspolizisten patrouillierten auch auf dem Christkindlesmarkt. Dort war der für Balingen beispiellose Großeinsatz das Gesprächsthema. In „Stiller Post“-Manier machten immer neue Gerüchte die Runde. Ein Anschlag sei geplant, war zu hören, oder Balingen sei komplett abgeriegelt.

 

„Massive Störung“ und Sabotage angekündigt

Nicht abgeriegelt, aber unter intensiver Beobachtung stand die Eyachstadt. An den großen Zufahrtstraßen gab es Kontrollen. Schwerpunkt des Einsatzes war aber der Bahnhofsbereich. Denn der sollte laut anonymer Ankündigung linker Autonomer aus Tübingen am Samstag um 14 Uhr ein unangemeldeter Protestzug starten. Da auf mehreren Interntseiten und auf wild im Stadtgebiet aufgehängten Plakaten von „massiver Störung“, Sabotage und gar von Verhinderung des Blasmusik-Wettbewerbs die Rede war, erkannte die Staatsanwaltschaft auf Anfangsverdacht für den Straftatbestand des öffentlichen Aufforderns zu Straftaten.

Der Polizei war laut Sprecher Peter Mehler kein Ansprechpartner bekannt, um Ablauf der Demo und zu erwartende Teilnehmerzahl zu erörtern. „Auf diese besonderen Umstände hatte sich die Polizei einzustellen“, so Mehler. Aufgrund der Erfahrungen bei Demonstrationen der „Antifaschistischen Aktion“ hätten gewalttätige Aktionen nicht ausgeschlossen werden können.

 

Zuggäste mussten eine abgesperrte Schneise passieren

Um das Versammlungsrecht für friedliche Teilnehmer zu gewährleisten und zum anderen Teilnehmer und Gäste von Bw-Musix sowie die zahlreichen Besucher des Christkindlesmarkts zu schützen, entschied sich die Polizei für das Großaufgebot.

Beinahe gespenstisch war die Atmosphäre am Samstag um 13 Uhr am Bahnhof. Rund 40 Einsatzwagen und eine große Zahl von Polizisten in Uniform und Zivil säumten das Gelände. Mit Waffen, Schlagstöcken und Funkgeräten ausgerüstete Böblinger Bereitschaftspolizisten in dick gepolsterten Overalls empfingen die Fahrgäste der Bahn gleich am Gleis. Jeder musste eine mit Absperrgittern getrennte Schneise passieren. Ziel war es, verdächtige Personen in ein abgesperrtes Areal auf dem Busbahnhof zu lotsen, das weitere Einsatzkräfte umsäumten.

 

Christkindlesmarkt und Bw-Musix liefen störungsfrei ab

Je näher 14 Uhr rückte, desto stärker wuchs die Anspannung. Längst waren Oberbürgermeister Helmut Reitemann, Ordnungsamtsleiterin Brigitte Witzemann, Kinder- und Jugendbüro-Leiter Erich Laub, Streetworker Hans-Ignaz Dieter, Stadthallenchef Ulrich Klingler und sein Vize Jörn de Haan sowie Polizeidirektionsleiter Rolf Eckert herbeigeeilt. Stetig größer wurde die Gruppe der Zaungäste. Kamerateams drehten, Interviews wurden geführt.

Immer wieder knisterten die Funkgeräte der Einsatzleiter. Die Tübinger Kollegen meldeten, ob auffällige Personen in Tübingen zugestiegen waren. Und immer wieder gab Mehler Entwarnung. „Alles ruhig“ – „Keine verdächtige Klientel“. Lediglich einige wenige Demonstrationswillige fanden sich zwischen 14 und 15 Uhr ein, aber weder ein Versammlungsleiter noch der befürchtete große Mob.

Christkindlesmarkt und Bw-Musix konnten störungsfrei ablaufen. Die Kosten für den Polizeieinsatz, der bereits am Freitag begonnen hatte und bis gestern andauerte, trägt das Land.

Claudius J. Erb

 

Kommentar: Keine Wahl

Eine massive Störung des Bundeswehr-Wettbewerbs Bw-Musix hatten Tübinger Autonome angekündigt  - und damit ein für Balingen einmaliges Großaufgebot der Polizei auf den Plan gerufen. Regelrecht umlagert war der Bahnhof von Beamten und Einsatzwagen.

Allein, die Protestler blieben aus. Minimaler Aufwand, maximale Aufmerksamkeit. Die anonymen „Initiatoren“ haben ihr Ziel erreicht. Gut möglich, dass schon bald ein Handy-Video von der Groß-Demo ganz ohne Demonstranten als virtuelle Trophäe durchs Internet geistert.

Ganz klar: Die Polizei hatte keine Wahl. Sie musste für alle Eventualitäten gewappnet sein. Zumal es nicht nur musizierende Jugendliche in der Messehalle, sondern auch Tausende von Christkindlesmarkt-Besuchern zu schützen galt.

Doch die Autonomen werden sich ins Fäustchen lachen. Und es besteht die Gefahr, dass diese Strategie des Schein-Protests Schule macht.

Claudius J. Erb

 

 

Schwarzwälder Bote 30.11.2009<//font>

Bw-Musix kommt an und im nächsten Jahr wieder

Bundeswehr gibt Zuschlag für 2010

(...) Die von Autonomen angekündigte Sabotage des Musikfests blieb aus. Die Veranstalter freuten sich über einen reibungslosen Ablauf und die „herzliche und hilfsbereite Atmosphäre“. Oberleutnant Johannes M. Langendorf bestätigte, dass der bundesweite Wettbewerb Bw-Musix auch im kommenden Jahr in Balingen veranstaltet werden wird. Es gelte nur noch, einen passenden Termin zu finden.

Renate Deregowski<//font>

 

 

Zollern-Alb-Kurier 1.12.09<//font>

... und Frieden in der Stadt

Nur halb so schlimm noch wie vor Wochen befürchtet scheinen die Bw-Musix 2009 am vergangenen Wochenende für Balingens kritische Grünen-Rätin Susanne Kieckbusch gewesen zu sein. Trotz „Spießruten-Lauf“, wie sie es wohl selbst empfand, gab sie sich mit ihrem Besuch an allen drei Veranstaltungstagen versöhnlich. Im Stich gelassen von andernorts gebundenen Kräften verfolgte sie alleine vom offiziellen Sekt-Empfang am Freitag bis Sonntagnachmittag aufmerksam das Treiben des Musikernachwuchses, vor allem aber der uniformierten Profi-Musiker. Letzte Zweifel indes scheinen sich ihr erst am Sonntag verflüchtigt zu haben, erst nachdem junge Balinger Musiker auf die suggestive Fragestellung der Kritikerin freiweg einräumten, selbstverständlich freiwillig an diesem Wettbewerb teilgenommen zu haben.

Just so, wie Ehemann Uli Kieckbusch an den kostenlos dargebotenen Bw-Musix-Workshops  - diese scheinen auch für künstlerisch anspruchsvolle Profis noch den einen oder anderen Arrangement-Tipp auf Lager zu haben. Deshalb: Man sieht sich bei den Bw-Musix 2010 in Balingen  - gerne wieder mit Grün, dann aber mit mehr weihnachtlichem, und vor allem steuergünstigen Tannengrün. (...)

Karl-Otto Müller

 

 

Zusammenstellung: Jochen Lange